Humboldt-Professur an KIT-Forscher verliehen

Christopher Barner-Kowollik erhält Deutschlands höchstdotierten internationalen Forschungspreis – am KIT erforscht er photochemische Prozesse
Christopher Barner-Kowollik hält eine Dankesrede bei der Verleihung der Humboldt-Professur. Humboldt-Stiftung/David Ausserhofer
Auszeichnung in Berlin: KIT-Forscher Christopher Barner-Kowollik erhielt die Alexander von Humboldt-Professur 2025.

Bei einem Festakt in Berlin sind am 12. Mai 2026 die Humboldt-Professuren 2025 verliehen worden. Unter den sieben ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist Professor Christopher Barner-Kowollik. Der Chemiker und Materialwissenschaftler wechselte Anfang 2026 von der australischen Queensland University of Technology (QUT) an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort leitet er das Institut für Funktionelle Grenzflächen (IFG).

„Die Humboldt-Professur eröffnet meinem Team und mir außergewöhnliche Freiräume, um grundlegende Erkenntnisse in der Photochemie mit einem breiten Anwendungsspektrum in der makromolekularen Chemie zu verbinden“, sagt Barner-Kowollik. „Besonders freue ich mich darauf, am IFG durch unsere Arbeit den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.“ Als Humboldt-Professor am KIT richtet Barner-Kowollik das IFG zu einem Multi-Team-Plattforminstitut mit Fokus auf Präzisionsmaterialien aus.

Licht als Werkzeug

Barner-Kowollik untersucht, wie Licht chemische Reaktionen präzise steuern kann – etwa für 3D-Druckverfahren, neuartige Oberflächen oder Anwendungen in Medizin und Materialentwicklung. Seine Arbeiten basieren unter anderem auf der Entdeckung seiner Forschungsgruppe aus dem Jahr 2017, dass Moleküle nicht zwangsläufig bei jener Wellenlänge am effizientesten reagieren, bei der sie das meiste Licht absorbieren.

Nach dem Studium an den Universitäten Konstanz und Göttingen promovierte Barner-Kowollik in Göttingen in Physikalischer Chemie. Im Anschluss an eine Professur an der University of New South Wales in Sydney war er von 2008 bis 2017 Professor für Molekulare Chemie am KIT. Anschließend war Barner-Kowollik an der QUT in Brisbane tätig, wo er das „Soft Matter Materials Laboratory“ gründete.

Alexander von Humboldt-Professur

Mit den Alexander von Humboldt-Professuren zeichnet die Humboldt-Stiftung weltweit führende und bisher im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Sie sollen langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen betreiben. Jede Professur ist mit bis zu fünf Millionen Euro ausgestattet. 

jha, 13.05.2026