KIT startet Projekt zur blau-grünen Campusentwicklung

Interdisziplinäre Expertise für mehr Klimaresilienz an den Standorten Nord, Süd und Ost
Fermi-See am Campus Süd: Teich beim Physikgebäude mit Uferpflanzen, umgeben von Bäumen und Sitzbänken Silke Rittershofer, KIT
Mehr Naturnähe wagen: In einem neuen Projekt des KIT arbeiten zentrale Administration, technische Infrastruktur und Wissenschaft gemeinsam an einem modellhaften Ausbau blau-grüner Infrastrukturen.

Angesichts zunehmender Hitzeperioden, Starkregenereignisse und des Verlusts biologischer Vielfalt gewinnen blau-grüne Infrastrukturen (BGI) in Städten und auf großen Liegenschaften an Bedeutung. Sie verbinden Grünflächen, Bäume und Begrünungssysteme mit einem nachhaltigen Wassermanagement – etwa durch Entsiegelung, Regenrückhalt oder Versickerung. Damit leisten BGI einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität.

Vor diesem Hintergrund hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Januar das Projekt „Weiterentwicklung der Blau-Grünen Infrastruktur am KIT“ gestartet. In Anknüpfung an das im Herbst 2025 abgeschlossene Basisprojekt Nachhaltigkeit soll daraus bis Ende 2026 ein Leitfaden für eine klimaresiliente und ökologisch ausgerichtete Entwicklung der Campusse Nord, Süd und Ost hervorgehen.  

Infrastruktur-Entwicklung als Reallabor

Charakteristisch für das Projekt ist die enge Zusammenarbeit von zentraler Administration, technischer Infrastruktur und Wissenschaft. Die KIT-Institute für Geographie und Geoökologie, Pflanzenwissenschaften sowie Wasser und Umwelt sind ebenso mit im Boot wie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung als externer Partner. 

„Wir bündeln Kompetenzen aus Planung, Betrieb und Forschung. Diese Konstellation ermöglicht es uns, wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in umsetzbare Konzepte für unsere Standorte zu überführen – mit Strahlkraft weit über das KIT hinaus“, sagt Projektleiter Andreas Filusch-Kreuzer von der Abteilung Planen und Bauen des KIT.
Kernthemen der Projektarbeit sind die Entsiegelung geeigneter Flächen, die Einrichtung von Retentionssystemen wie Regenwasserspeicher und Versickerungsanlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Aus den Bestandsanalysen entsteht ein Leitfaden, der künftige Maßnahmen mit bereits etablierten Routinen – wie der schonenden Nutzung von Freiflächen bei Veranstaltungen oder einem wissenschaftlichen Baum-Monitoring – zusammenführt. 

jha, 10.03.2026