Zum 200sten Todestag von Friedrich Weinbrenner: Ein Visionär, der mehr als eine Stadt formte
Karlsruhe im frühen 19. Jahrhundert: Eine junge Stadt wächst. Der Architekt Friedrich Weinbrenner verlieh der Fächerstadt ihr klassizistisches Gesicht – und legte zugleich den Grundstein für eine der bedeutendsten technischen Hochschulen Deutschlands, die später im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) aufging. Der Bau- und Bildungsvisionär starb vor 200 Jahren, am 1. März 1826.
Mit Tulla für Baden: Die Idee einer technischen Lehranstalt
Als badischer Baudirektor – der oberste Baubeamte des Landes – stand er der staatlichen Bauverwaltung des Großherzogtums Baden vor. Die Residenzstadt formte er mit klaren Linien und Gebäuden, die bis heute Identität stiften: Etwa das Rathaus und die evangelische Stadtkirche am Marktplatz mit der Pyramide, die ans Pantheon in Rom angelehnte Katholische Stadtkirche Sankt Stephan, die Münze und viele weitere. Doch sein Blick ging weit über Architektur hinaus. Gemeinsam mit dem Wasserbaupionier Johann Gottfried Tulla, dem „Rheinbegradiger“, erkannte er früh: Ein wirtschaftlich aufstrebendes Land braucht gut ausgebildete Ingenieure, um mit den industriellen Vorreitern England und Frankreich Schritt zu halten.
Schon 1808 setzten sich beide für die Gründung einer technischen Lehranstalt ein. Weil die Idee aber finanzpolitisch scheiterte, gründete Weinbrenner kurzerhand eine eigene Bauschule, Tulla seine Ingenieurschule. Diese beiden Keimzellen gingen 1825 in der Polytechnischen Schule Karlsruhe auf, dem direkten Vorläufer des heutigen KIT. Das Prinzip, Theorie und Praxis eng zu verbinden, wurde damit zum Markenzeichen der Karlsruher Ingenieurausbildung und ist es bis heute.
mex, 01.03.2026
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Die History ist außerdem im Buchhandel erhältlich:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 1825 bis 2025 – Die ersten 200 Jahre.
Herausgegeben vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
230 Seiten mit 211 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur.
ISBN 978-3-95505-523-3. EUR 19,95.
