Magnetische Spuren führen zu natürlichem Wasserstoff

Forschende des KIT belegen, dass Wasserstoff die magnetischen Eigenschaften von Gesteinen verändern kann – Chance für Suche nach Wasserstoff im Untergrund
Sandstein vor und nach der Umwandlung durch Wasserstoff Chaojie Cheng
Während der Experimente wandelte Wasserstoff den roten hämatithaltigen Sandstein (links) in magnetithaltigen Sandstein (rechts) um.

Bislang gibt es nur wenige Möglichkeiten zum Nachweis von natürlichem Wasserstoff im Untergrund. Forschende des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun einen völlig neuen Ansatz identifiziert, um den begehrten Rohstoff aufzuspüren. In Experimenten konnten sie zeigen, dass Wasserstoff die magnetischen Eigenschaften von Gesteinen deutlich verändern kann. Die Ergebnisse legen nahe, dass über diesen Mechanismus auch messbare magnetische Anomalien entstehen könnten – und damit Hinweise auf Wasserstoff im Untergrund.

Wasserstoff hinterlässt messbare Signaturen im Gestein

„Wir konnten nachweisen, dass Wasserstoff bei moderaten Temperaturen das weit verbreitete Eisenmineral Hämatit in Magnetit umwandelt“, sagt Dr. Bruno Mendes vom Institut für Angewandte Geowissenschaften (AGW) des KIT. „Dadurch steigt die magnetische Aktivität des Gesteins um mehrere Größenordnungen.“ In Laborversuchen setzten die Forschenden Gesteinsproben dem Kontakt mit Wasserstoff über mehrere Tage hinweg bei Temperaturen von 200 Grad Celsius aus. Dabei bildeten sich feinste Magnetit-Partikel, die das magnetische Signal der Proben deutlich verstärkten.

Wichtige Voraussetzung für die Reaktion ist, dass das bei der Umwandlung entstehende Wasser ablaufen kann, weshalb auch die Gesteinsstruktur eine zentrale Rolle spielt. Besonders poröse Sandsteine reagieren deutlich stärker als dichte oder zementierte Proben. „Für die Suche nach natürlichem Wasserstoff ist letztendlich entscheidend, dass solche Reaktionen nachweisbare Signale erzeugen können“, erklärt Dr. Chaojie Cheng vom AGW. „Zukünftig könnten Magnetische Messungen helfen, diese Suche gezielt einzugrenzen.“

mhe, 14.04.2026